Einordnung & Begriffe

Personalvermittlung, Personalberatung, Headhunter – wer macht eigentlich was?

Drei Begriffe, ein Markt – und viel Verwirrung. Hier ist die ehrliche Einordnung: was die Begriffe bedeuten, wo sie sich überschneiden und welcher Partner zu welcher Besetzung passt.

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Wer eine Schlüsselposition besetzen will, trifft zuerst auf ein Begriffs-Wirrwarr.

Kurzantwort

Personalvermittlung führt Unternehmen und Kandidat:innen zusammen – meist erfolgsbasiert bezahlt. Personalberatung umfasst zusätzlich Analyse, Auswahl und Begleitung des gesamten Besetzungsprozesses. Ein Headhunter (Executive Search) sucht per gezielter Direktansprache – auch Menschen, die nicht aktiv suchen. Personaldienstleistung im engeren Sinn meint dagegen Zeitarbeit und Personalüberlassung, also ein anderes Geschäft. In der Praxis überschneiden sich die Rollen; entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern Arbeitsweise, Honorarmodell und Diskretion.

Die Begriffe sind rechtlich nicht geschützt: Wer heute „Personalberatung“ auf die Visitenkarte schreibt, kann morgen als „Headhunter“ auftreten – und umgekehrt. Das ist nicht unseriös, macht Angebote aber schwer vergleichbar.

Dieser Beitrag ordnet die Begriffe so, wie sie in Österreich üblicherweise gemeint sind – damit Sie wissen, was Sie einkaufen, bevor Sie unterschreiben.


Was ist Personalvermittlung?

Personalvermittlung bedeutet: Unternehmen und passende Kandidat:innen zusammenführen – mit dem Ziel einer Direktanstellung beim Unternehmen. Bezahlt wird meist erfolgsbasiert, also erst bei Vertragsabschluss, üblicherweise als Prozentsatz des Jahresgehalts.

Die Kandidat:innen kommen typischerweise aus Bewerbungen, Datenbanken und Netzwerken des Vermittlers. Das funktioniert gut, wenn genügend wechselwillige Menschen mit dem gesuchten Profil am Markt sind – etwa bei gängigen Fach- und Sachbearbeitungsrollen.

Rechtlich ist Personalvermittlung in Österreich ein freies Gewerbe („Arbeitsvermittlung“ nach § 151a GewO). Gewerbliche Arbeitsvermittler:innen müssen das Gewerbe anmelden und sind im Gewerbeinformationssystem GISA auffindbar – das können Sie nachprüfen. Für Kandidat:innen ist die Vermittlung kostenlos; bezahlt wird sie immer vom Unternehmen.

Was ist Personalberatung?

Personalberatung umfasst mehr als das Zusammenführen: Sie analysiert die Anforderung, ordnet Profil, Markt und Gehaltsrahmen ein, sucht und prüft Kandidat:innen und begleitet den Prozess bis zur Entscheidung – oft auch darüber hinaus.

Der Unterschied zur reinen Vermittlung liegt in der Prozessverantwortung: Eine gute Personalberatung sagt Ihnen auch, wenn das Anforderungsprofil unrealistisch ist, das Gehaltsband nicht zum Markt passt – oder die Besetzung intern gelöst werden kann. Honoriert wird erfolgsbasiert, mit einer Anzahlung plus Erfolgshonorar oder in Modulen.

Was macht ein Headhunter (Executive Search)?

Ein Headhunter sucht nicht über Inserate, sondern per gezielter Direktansprache: Der Markt wird systematisch analysiert, passende Kandidat:innen werden identifiziert und persönlich angesprochen – auch solche, die gar nicht aktiv suchen. Für Führungs- und Top-Positionen hat sich dafür der Begriff Executive Search etabliert.

Direktansprache ist das Mittel der Wahl, wenn das gesuchte Profil rar ist, die Zielgruppe keine Inserate liest – oder die Suche selbst nicht sichtbar werden darf. Bezahlt wird als Teilretainer oder als Mandatshonorar für den Suchprozess; die Modelle und marktübliche Größenordnungen erklärt der Beitrag „Was kostet ein Headhunter?“.

Und was ist Personaldienstleistung?

Unter Personaldienstleistung läuft am Markt vieles – vom Zeitarbeitskonzern bis zur Ein-Personen-Beratung. Im engeren Sinn meint der Begriff aber Zeitarbeit und Personalüberlassung: Mitarbeiter:innen sind beim Dienstleister angestellt und werden an Unternehmen überlassen.

Das ist ein grundsätzlich anderes Geschäft als Vermittlung oder Beratung: Es löst Kapazitätsprobleme, nicht Besetzungsprobleme. Wer eine dauerhafte Schlüsselposition besetzen will, braucht keine Überlassung, sondern eine Suche – offen oder verdeckt.

Der direkte Vergleich

Vier Begriffe im Vergleich
Personalvermittlung Personalberatung Headhunter / Executive Search Personaldienstleistung (Zeitarbeit)
Typischer Anlass offene Stelle mit ausreichend Kandidat:innen am Markt Besetzung plus Einordnung von Profil, Markt und Gehalt rare Profile, Führungsebene, sensible Suchen Kapazitätsspitzen, befristeter Bedarf
Vorgehen Bewerbungen, Datenbank, Weiterleitung passender Profile Analyse, Suche, Auswahl, Begleitung bis zur Entscheidung systematische Marktrecherche und persönliche Direktansprache Überlassung eigener Mitarbeiter:innen
Honorar meist erfolgsbasiert (Prozent vom Jahresgehalt) erfolgsbasiert, Anzahlung plus Erfolg oder Module Teilretainer oder Mandatshonorar (Retained Search), ca. 20–30 % des Jahreszielgehalts Stundensatz / Überlassungsentgelt
Diskretion gering bis mittel – die Stelle ist meist sichtbar je nach Auftrag hoch – bis zur vollständig verdeckten Suche nicht relevant
Anstellung direkt beim Unternehmen direkt beim Unternehmen direkt beim Unternehmen beim Dienstleister
Die Übergänge sind fließend: Viele Personalberatungen vermitteln, viele Headhunter beraten. Fragen Sie deshalb nicht nach der Bezeichnung, sondern nach der Arbeitsweise: Woher kommen die Kandidat:innen? Wer spricht sie an? Was passiert, wenn die Suche heikel ist?

Wo ich mich einordne – ehrlich

Rechtlich bin ich beides: Pfingstl Unternehmensberatung e.U. ist in Österreich GISA-registriert für Arbeitsvermittlung und Unternehmensberatung. In der Arbeitsweise bin ich Personalberater und Headhunter in einer Person – mit einer Spezialisierung, die keiner der vier Begriffe abdeckt: die verdeckte Personalsuche, also die vertraulich geführte Besetzung von Schlüsselpositionen.

Was ich nicht bin: Zeitarbeit, Personalüberlassung oder Volumen-Recruiting. Ich vermittle ausschließlich in Direktanstellung – wenige geprüfte Profile statt Lebenslauf-Stapel, persönlich geführt statt Beraterapparat.

Wann welcher Partner passt

  • Gängiges Profil, Suche darf sichtbar sein: Inserat oder klassische Personalvermittlung – oft der schnellste und günstigste Weg.
  • Unklares Anforderungsprofil, Markt- oder Gehaltsfragen offen: Personalberatung – erst einordnen, dann suchen.
  • Rares Profil, Zielgruppe liest keine Inserate: Headhunter / Executive Search mit gezielter Direktansprache.
  • Die Suche selbst ist heikel – noch besetzte Position, Nachfolge, enger Markt: verdeckte Personalsuche. Wann genau das der Fall ist, zeigt „Wann ist verdeckte Personalsuche sinnvoll?“.
  • Befristeter Kapazitätsbedarf: Personaldienstleistung / Zeitarbeit – ein anderes Werkzeug für eine andere Aufgabe.

Fazit

Personalvermittlung, Personalberatung und Headhunting unterscheiden sich weniger im Etikett als in Arbeitsweise, Honorarmodell und Diskretion. Für dauerhafte Schlüsselpositionen führt der Weg immer zur Direktanstellung – die Frage ist nur, wie sichtbar die Suche sein darf. Und genau diese Frage sollten Sie beantworten, bevor Sie einen Partner wählen.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihrer Situation passt: Das kläre ich mit Ihnen in einem vertraulichen Erstgespräch – ehrlich, auch wenn die Antwort lautet, dass Sie mich nicht brauchen.

Daniel Pfingstl

Daniel Pfingstl ist Personalberater, Headhunter und Gründer von verdeckte-personalsuche.at. Er unterstützt Unternehmen in Graz, der Steiermark und österreichweit bei verdeckter Personalsuche, diskreter Direktansprache und der Besetzung kaufmännischer sowie technischer Schlüsselrollen. Mehr über Daniel Pfingstl · LinkedIn-Profil

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