Markt & Timing

Warum gerade jetzt gute Kandidat:innen verfügbar sind

Nach zwei Rezessionsjahren hat sich der Arbeitsmarkt gedreht: Profile, die jahrelang kaum zu bekommen waren, sind wieder erreichbar. Eine Einordnung – und was sie für Ihre Schlüsselpositionen bedeutet.

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Jahrelang hieß es: Der Markt ist leergefegt. Das stimmt so nicht mehr.

Kurzantwort

Nach zwei Rezessionsjahren sind 2026 spürbar mehr qualifizierte Kandidat:innen verfügbar oder wechselbereit als in den Boom-Jahren – auch in der Steiermark, wo Industriebetriebe Stellen abgebaut haben. Wer eine Schlüsselposition besetzen oder eine Nachbesetzung vorbereiten möchte, trifft gerade auf ein günstiges Zeitfenster. Es lässt sich diskret nutzen, ohne intern oder am Markt Unruhe auszulösen: mit verdeckter Personalsuche.

Wer in den letzten zehn Jahren eine kaufmännische oder technische Schlüsselrolle besetzen wollte, kennt die Erfahrung: lange Suchzeiten, wenige Rückmeldungen, Kompromisse bei der Besetzung.

Diese Ausgangslage hat sich verändert. Nicht gefühlt, sondern messbar.


Was sich am Arbeitsmarkt geändert hat

Österreich kommt aus zwei Rezessionsjahren, und der Arbeitsmarkt zeigt das deutlich: Im Juni 2026 waren laut AMS rund 369.000 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulung – die Arbeitslosigkeit ist damit den 39. Monat in Folge gestiegen.

Auch die Industrie hat am Arbeitsmarkt Spuren hinterlassen. Gerade in der Steiermark haben mehrere große Industriebetriebe und Automobilzulieferer seit 2024 in Summe hunderte Stellen abgebaut oder Restrukturierungen angekündigt – darunter Unternehmen, die über Jahre als besonders sichere Adressen galten. Die Auftragslage ist in vielen Branchen weiterhin verhalten.

Für den Arbeitsmarkt bedeutet das zweierlei: Es sind mehr qualifizierte Menschen tatsächlich verfügbar. Und – für Schlüsselpositionen oft wichtiger – auch viele, die noch in ungekündigten Positionen sitzen, denken über ihre Situation nach.

Wichtig für die Einordnung: Es stehen nicht „alle guten Leute auf der Straße“ – Spitzenkräfte sind nie im Überfluss vorhanden.
Aber die Wahrscheinlichkeit, die richtige Person zu erreichen und für ein Gespräch zu gewinnen, ist heute deutlich höher als in den Jahren davor.

Warum das ein Fenster für Schlüsselpositionen ist

Drei Effekte kommen derzeit zusammen – und genau ihre Kombination macht den Unterschied:

1. Es sind sehr gute Profile am Markt

Restrukturierungen treffen nicht nur Leistungsschwache. Wenn Standorte verkleinert oder ganze Bereiche neu aufgestellt werden, verlieren auch fachlich hervorragende Menschen ihre Position – aus Gründen, die mit ihrer Leistung nichts zu tun haben.

Profile, die vor drei Jahren binnen Tagen vom Markt waren, sind heute erreichbar und offen für Gespräche.

2. Auch Nicht-Suchende sind gesprächsbereiter

Verdeckte Personalsuche lebt von der Direktansprache – auch bei Menschen, die gar nicht aktiv suchen. Und genau dort hat sich am meisten verändert.

Wer im eigenen Unternehmen Sparprogramme, Einstellungsstopps oder Unsicherheit erlebt, hört bei einem seriösen, vertraulichen Anruf heute anders zu als im Boom. Nicht aus Panik – sondern weil ein solides Angebot in unsicheren Zeiten mehr Gewicht hat.

3. Weniger Marktbegleiter um dieselben Personen

Viele Unternehmen halten sich mit Besetzungen gerade zurück. Wer jetzt sucht, konkurriert also mit weniger Marktbegleitern um dieselben Profile – und kann Gespräche in Ruhe führen, statt in Bieterwettkämpfe zu geraten.

In engen Märkten gewinnt oft, wer antizyklisch handelt: Die besten Besetzungen entstehen selten dann, wenn alle gleichzeitig suchen.

Dazu kommt der Faktor Zeit: Laut WIFO hat die Industrie ihren Tiefpunkt Ende 2025 durchschritten, für 2026 wird eine moderate Erholung erwartet. Der Arbeitsmarkt folgt der Konjunktur erfahrungsgemäß mit Verzögerung – aber er folgt ihr. Zieht die Wirtschaft wieder an, drehen sich die Verhältnisse zurück: Die Verfügbarkeit sinkt, die Zahl der Marktbegleiter steigt.

Das Fenster ist also real. Und es ist absehbar nicht dauerhaft offen.

Prüfen, ohne Unruhe auszulösen

Die naheliegende Frage lautet: Wie nutzt man ein solches Fenster, ohne intern oder am Markt falsche Signale zu senden?

Denn eine öffentliche Ausschreibung ist immer auch eine Botschaft – an Mitarbeitende, Kund:innen, Lieferanten und Marktbegleiter. Gerade wenn eine Rolle noch besetzt ist oder eine Veränderung erst geprüft werden soll, wäre Sichtbarkeit das falsche Werkzeug.

Genau dafür ist verdeckte Personalsuche gebaut:

  • kleiner Informationskreis statt öffentlicher Ausschreibung
  • Sperrlisten für Unternehmen und Kontakte, die tabu sind
  • diskrete Direktansprache ausgewählter Personen
  • stufenweise Offenlegung des Firmennamens
  • auf Wunsch NDA vor jedem Detailgespräch

So lässt sich seriös herausfinden, was der Markt aktuell hergibt – als Entscheidungsgrundlage, nicht als vollendete Tatsache. Am Ende steht eine kleine, geprüfte Auswahl statt einer Bewerbungsflut. Und niemand hat vorher etwas mitbekommen.

Wie das bei einer noch besetzten Rolle konkret abläuft, beschreibt der Beitrag „Eine noch besetzte Position diskret ersetzen“. Die Grundlagen erklärt „Wann ist verdeckte Personalsuche sinnvoll?“.

Was das nicht heißt

Ein Marktfenster ist kein Freibrief. Deshalb an dieser Stelle bewusst deutlich:

Es geht nicht darum, verdiente Mitarbeiter:innen „auszutauschen, weil gerade Krise ist“. Wer eine funktionierende Besetzung hat, hat keinen Grund zu handeln – Konjunkturlage hin oder her.

Es geht um Situationen, in denen ohnehin eine Frage im Raum steht: eine absehbare Nachfolge, eine Rolle, die seit langem nicht rund läuft, ein geplanter Wachstumsschritt. Für diese Fälle ist der Zeitpunkt gerade ungewöhnlich günstig – und eine diskrete Prüfung schützt dabei alle Beteiligten.

Auch für Kandidat:innen ist dieses Fenster übrigens eine Chance: Wer über eine Veränderung nachdenkt, wird derzeit eher gefunden und vertraulich angesprochen – ohne selbst sichtbar suchen zu müssen. Sperrlisten und stufenweise Offenlegung schützen in einem seriösen Prozess beide Seiten.

Wann sich eine diskrete Prüfung jetzt besonders lohnt

Aus meiner Sicht sind es vor allem diese Ausgangslagen:

  • Eine Schlüsselrolle ist seit Monaten unbesetzt oder nur mit Kompromissen besetzt.
  • Eine Nachfolge ist absehbar – in ein, zwei Jahren, aber die richtige Person zu finden dauert.
  • Sie wissen im Grunde, dass eine Besetzung nicht passt, wollten aber „den Markt abwarten“.
  • Ein Wachstumsschritt oder eine Neuaufstellung braucht eine Rolle, die es heute noch nicht gibt.
  • Eine frühere Suche wurde ergebnislos abgebrochen, weil damals niemand verfügbar war.

In all diesen Fällen gilt: Die Frage stellt sich ohnehin. Der Unterschied ist, dass die Antwort des Marktes gerade besser ausfällt als in den letzten Jahren.

Für den Fall der geplanten Übergabe lohnt ergänzend der Beitrag „Nachfolge vertraulich vorbereiten“.

Fazit: Das Fenster ist offen – wer es nutzt, sollte es leise tun

Zwei Rezessionsjahre, Restrukturierungen in der Industrie, eine verhaltene Auftragslage: Für Unternehmen, die Schlüsselpositionen besetzen wollen, ist daraus ein seltenes Zeitfenster entstanden.

Mehr starke Profile sind verfügbar. Mehr Menschen hören zu. Weniger Marktbegleiter suchen gleichzeitig.

Gleichzeitig deutet die Konjunkturprognose darauf hin, dass sich dieses Fenster wieder schließen wird – der Arbeitsmarkt folgt der Erholung mit Verzögerung, aber er folgt ihr.

Wer jetzt prüfen möchte, was der Markt für die eigene Schlüsselposition hergibt, muss dafür keine Sichtbarkeit erzeugen. Genau das ist der Kern verdeckter Personalsuche: erst wissen, dann entscheiden – und beides vertraulich.

Daniel Pfingstl

Daniel Pfingstl ist Personalberater, Headhunter und Gründer von verdeckte-personalsuche.at. Er unterstützt Unternehmen in Graz, der Steiermark und österreichweit bei verdeckter Personalsuche, diskreter Direktansprache und der Besetzung kaufmännischer sowie technischer Schlüsselrollen. Mehr über Daniel Pfingstl · LinkedIn-Profil

Vertrauliches Erstgespräch

Sie möchten wissen, was der Markt für Ihre Schlüsselposition gerade hergibt – ohne dass jemand davon erfährt?

Dann klären wir das vertraulich: Ihre Ausgangslage, die realistische Verfügbarkeit passender Profile und ob eine verdeckte Suche für Sie sinnvoll ist.

Für den ersten Kontakt reichen Ihre Kontaktdaten. Details besprechen wir bewusst nicht übers Formular, sondern im persönlichen Gespräch.