Die Nachricht kommt fast immer dann, wenn man nicht damit rechnet.
Ruhe bewahren, nicht am Arbeitsplatz weitersprechen und sich Zeit nehmen - ein Rückruf am Abend ist völlig in Ordnung. Prüfen Sie vor dem Gespräch in Ruhe, mit wem Sie es zu tun haben: Website mit Impressum, echter Name, erreichbare Person. Ein seriöser Kontakt nennt früh die Eckdaten der Position, verlangt im ersten Schritt keine vollständigen Unterlagen und gibt Ihre Daten niemals ohne Ihre Zustimmung weiter. Ein erstes Gespräch verpflichtet Sie zu nichts.
Vielleicht sind Sie gerade mitten im Arbeitstag, vielleicht sogar zufrieden in Ihrer Rolle - und plötzlich steht diese Nachricht im Postfach. Viele reagieren dann entweder gar nicht oder zu schnell. Beides ist schade: Mit ein wenig Systematik lässt sich in kurzer Zeit klären, ob der Kontakt seriös ist und ob sich ein Gespräch lohnt.
Warum gerade Sie kontaktiert wurden
Bei Führungs- und Schlüsselpositionen ist Direktansprache der Normalfall, nicht die Ausnahme: Viele dieser Rollen werden besetzt, ohne je inseriert zu werden - warum, lesen Sie im Beitrag „Der verdeckte Stellenmarkt". Dass sich jemand bei Ihnen meldet, heißt in der Regel: Sie wurden empfohlen oder gezielt recherchiert.
Es ist also weder ungewöhnlich noch ein Zeichen, dass an Ihrem Arbeitsplatz etwas im Argen liegt. Es ist zunächst nur eine Information: Jemand hält Ihr Profil für relevant. Was Sie daraus machen, bleibt vollständig Ihre Entscheidung.
Woran Sie einen seriösen Kontakt erkennen
- Klare Identität: Ein echter Name, ein Unternehmen mit Impressum auf der Website, eine erreichbare Telefonnummer. Wer seriös arbeitet, hat nichts zu verbergen - und die Gewerbeberechtigung können Sie bei Bedarf im öffentlichen GISA-Register (gisa.gv.at) nachschlagen.
- Konkrete Eckdaten: Branche, Region, Aufgabengebiet, Verantwortung - ein seriöser Kontakt kann früh sagen, worum es grundsätzlich geht.
- Bezug zu Ihrem Profil: Die Ansprache passt erkennbar zu Ihrem Werdegang und ist keine Massenmail, die an Hunderte gegangen sein könnte.
- Keine Kosten für Sie: Bezahlt wird ein Headhunter vom suchenden Unternehmen. Wer von Ihnen Geld verlangt, ist kein Headhunter.
- Zeit statt Druck: Ein seriöser Vermittler akzeptiert, dass Sie nachdenken, zurückrufen und in Ruhe entscheiden wollen.
- Klare Diskretionszusagen: Ihre Daten werden ohne Ihre Zustimmung an niemanden weitergegeben - und das wird Ihnen unaufgefordert zugesagt.
Ein Punkt irritiert viele: Der Name des suchenden Unternehmens wird oft erst später genannt. Das ist bei vertraulichen Suchen normal und kein Warnsignal - entscheidend ist, dass klar geregelt ist, wann und unter welchen Bedingungen Sie ihn erfahren.
Warnsignale, bei denen Sie vorsichtig sein sollten
- Kein Impressum, kein echter Name, keine erreichbare Person hinter der Nachricht.
- Druck und künstliche Dringlichkeit: „Nur noch heute", „Sie müssen sich sofort entscheiden".
- Forderung nach vollständigen Unterlagen, Gehaltsnachweisen oder Zeugnissen, bevor überhaupt ein Gespräch stattgefunden hat.
- Vage Versprechen ohne jede greifbare Information zur Position - besonders, wenn sie zu gut klingen, um wahr zu sein.
- Hinweise darauf, dass Ihr Profil ungefragt „im Umlauf" ist oder breit gestreut werden soll.
Sie müssen nicht beweisen, dass Sie interessiert sind. Der Kontakt muss beweisen, dass er seriös ist.
So reagieren Sie klug
1. Nicht am Arbeitsplatz reagieren
Antworten Sie über private Kanäle und telefonieren Sie außerhalb der Arbeitszeit - nicht im Büro, nicht über Firmengeräte. Wie Sie generell verhindern, dass Ihr Umfeld von Ihren Überlegungen erfährt, steht im Beitrag „Beruflich wechseln, ohne dass es jemand merkt".
2. Nehmen Sie sich Zeit
„Danke für Ihre Nachricht, ich melde mich morgen Abend" ist eine vollkommen ausreichende erste Antwort. Wer damit ein Problem hat, hat sich selbst disqualifiziert.
3. Zuhören, bevor Sie entscheiden
Ein Erstgespräch verpflichtet Sie zu nichts - aber es liefert Ihnen Informationen: über die Position, über den Markt und nebenbei über Ihren eigenen Marktwert. Selbst wenn die Position nicht passt, gehen Sie klüger aus dem Gespräch heraus, als Sie hineingegangen sind.
4. Stellen Sie die richtigen Fragen
- Wie sind Sie auf mich gekommen?
- Was sind die Eckdaten der Position - Branche, Region, Verantwortung, Gehaltsrahmen?
- Wie läuft der Prozess ab, und wann erfahre ich den Namen des Unternehmens?
- Was passiert mit meinen Daten, und wer erfährt von diesem Gespräch?
5. Auch ein Nein ist ein gutes Ergebnis
Wenn es nicht passt: höflich absagen und den Kontakt halten. Seriöse Vermittler merken sich, wer verlässlich und professionell kommuniziert - die nächste Position passt vielleicht genau.
Was ein guter Vermittler Ihnen zusagt
Woran Sie am Ende einen Vermittler erkennen, mit dem Sie arbeiten können: Er nennt Ihren Namen und gibt Ihre Unterlagen erst weiter, wenn Sie einer konkreten Vorstellung ausdrücklich zugestimmt haben. Er streut Ihr Profil nicht über Datenbanken. Und er meldet sich auch dann zurück, wenn es nichts geworden ist.
Genau so arbeite ich. Und wenn ich selbst es war, der Sie kontaktiert hat, und Sie prüfen möchten, was dahintersteckt: Hier finden Sie alle Informationen zur Ansprache durch mich.
Häufige Fragen zur Headhunter-Ansprache
Ich bin gar nicht auf der Suche - soll ich trotzdem antworten?
Ja, eine kurze, freundliche Antwort kostet Sie nichts und hält die Tür offen. Auch wenn die aktuelle Position nicht passt: Ein guter Kontakt zu einem seriösen Vermittler ist eine Investition in Ihre nächste Gelegenheit - oft Jahre bevor Sie sie brauchen.
Muss ich gleich meinen Lebenslauf schicken?
Nein. Im ersten Schritt reicht ein Gespräch über die Eckdaten der Position. Unterlagen geben Sie erst weiter, wenn die Position Sie konkret interessiert - oft genügt anfangs auch ein gepflegtes LinkedIn- oder XING-Profil.
Kann mein Arbeitgeber erfahren, dass ich mit einem Headhunter gesprochen habe?
Bei einem seriösen Vermittler nicht: Er gibt Ihren Namen und Ihre Daten niemals ohne Ihre Zustimmung weiter. Achten Sie zusätzlich selbst auf Diskretion - private Kanäle, Gespräche außerhalb der Arbeitszeit und keine Nebenbemerkungen im Kolleg:innenkreis.
Was kostet mich das Gespräch?
Nichts. Ein seriöser Headhunter wird vom suchenden Unternehmen beauftragt und bezahlt - für Kandidat:innen ist die Begleitung kostenlos.
Wurden Sie von mir kontaktiert?
Wenn Sie eine Nachricht oder einen Anruf von mir erhalten haben, können Sie in Ruhe prüfen, wer ich bin und wie ich arbeite - mit allen Angaben, die Sie für diese Prüfung brauchen.
Und wenn Sie unabhängig davon vertraulich über Ihre berufliche Situation sprechen möchten: Für den ersten Kontakt reichen Ihre Kontaktdaten.
